ARCHäOLOGISCHE FORSCHUNGEN

Im Jahr 1784 hat der Priester Baurein in seinen Variétés Bordelaises - er war, wie es scheint, der Erste - die Ruinen der Stadt von Brion erwähnt, deren römischer Ursprung ihm wahrscheinlich erschien.

Léo Drouyn, als er die Plätze im Jahr 1853 besichtigt hatte, gab in seiner Guienne Militaire eine sehr detaillierte Beschreibung des Gebiets. Sehr beeindruckt von der Bedeutung und der Vielfalt der römischenüberreste, hat er die Stadt mit dem schon bei Ptolomäus im 2. Jahrhundert unserer Zeit belegten Noviomagus identifiziert.

1890 bestätigte Camille Jullian, ein berühmter Historiker aus Gallien, diese Identifikation in seinen Römischen Inschriften von Bordeaux. Er präzisierte, dass es sich um die bedeutsamsten Ruinen des Medoc handele.

Aber dann verging doch noch fast ein Jahrhundert, bis die archäologische Forschung ein bemerkenswertes Ergebnis brachte:

Dies war 1966, als es im Auftrag der Herren Charles Galy-Aché und Jean Chevrier den Herren Gauthier und Anus gelang,die Reste eines gallo-römischen Theaters der Kaiserzeit zu identifizieren.

Dann, 1976, belegten die Untersuchungen von M. Cathérineau die überreste einer vorrömischen Wohnstätte.

Schliesslich kam, vor allem von 1985 bis 1990, eine grossangelegte Grabungskampagne durch die Errichtung einer Schulbaustelle auf Initiative von Herrn Garmy, Direktor der Alten Geschichte, zustande, mit Unterstützung von Melle Faravel und den Herren Professoren Maurin und Coffyn, den Studenten der Universität von Bordeaux III sowie der örtlichen archäologischen Vereinigung, die von Herrn Castagné präsidiert wurde.

Dabei sind folgende überreste freigelegt worden:


Gleichzeitig förderte der Provinzialrat eine Flächenuntersuchung durch elektrische Bodenforschung und trat ferner für die Förderung der Annahme dieses Projekts in der öffentlichkeit ein (Schrifttafeln im Gebiet, Darstellungen des Gesamtaufbaus, Besucherführungen im Sommer).

Obwohl noch viele der überreste in der Erde verborgen sind, ruhen momentan die Ausgrabungen, da Schutzmassnahmen oder Restaurierungsarbeiten erwartet werden, die dazu dienen, eine Beschädigung der freigelegten Strukturen zu vermeiden.