DER TEMPEL



Eine der bedeutsameren Entdeckungen der letzten Jahre, ein keltischer Tempel oder Fanum, wurde zwischen 60 und 80 unserer Zeit erbaut. Zerstört wurde der Tempel durch eine Feuersbrunst, vielleicht zu Anfang des 3. Jahrhunderts. Vergleichbare Tempel wurden bis zu dieser Zeit nur in einigen grossen Zentren Galliens gefunden.

Es haben sich nur Mauerwerke und Bodenbelag erhalten, auf dem die Ausgrabungen eine grosse Zahl von Funden aus höher gelegenen Teilen des Tempels freigelegt haben (Ziegeln, verputzte Gemälde, Marmorreste, Friese und Kapitelle).


Versuch einer Rekonstruktion: mögliche Ansicht der Ostfasade.


Nachstehender Plan zeigt verschiedene, durch Mauern abge-grenzte Abschnitte in konzentrischen Rechtecken :

- im Zentrum die Cella (A), eine für Standbilder und für die Götterverehrung vorgesehene, heilige Stätte. dann folgt eine überdachte Galerie (B), der Ort der Prozession. schliesslich ein an-gehängtes Gebäude (C),von innen her, eine dritte Mauer.

- Die Cella öffnet sich nach Osten über eine Art Podium (D).

Die Grabungen in der Umgebung beweisen das Vorhandensein von Gebäuden und - vielleicht - von einem Thermalbad.


Westansicht (belegt die Qualität des Mauerwerks vor Ort)




Pfeilerfundament Diese Rudera, obschon sehr beschädigt, bezeugen die architektonische Qualität des Bauwerkes.


Wandmalereien
Eine Untersuchung hat ein sehr reiches Dekor ans Licht gebr acht : mindestens ein halbes Dutzend Bilder mit zahlreichen Persönlichkeiten, ein Schiffsheck, eine knieende Person...
Bedauerlicherweise erlaubt der geringe Umfang und die weite Streuung der Fragmente nur eine auf kleine Teilgebiete beschränkte Rekonstruktion.
Demgegenüber erlaubt der Stil der Gemälde eine relativ präzise Dati erung auf die Jahre 70 bis 77 unserer Zeit.

Kopf einer Person


Widderkopf aus Bronze Dieser Widderkopf aus Bronze, gefunden im Gebiet des Tempels, erinnert an den Kult des Gottes Merkur (oder eines vergleichbaren gallischen Gottes)